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27.09.2011

Zweite Generation des Vossloh HSG-Schleifzuges entwickelt
HSG-2 feiert seine Premiere im Miniatur Wunderland Hamburg

Am Dienstag, 27. September gegen 18 Uhr wurde der Miniatur Schleifzug von Herrn Dr. Konstantin von Diest, Leiter der Abteilung „High Speed Grinding“ von Vossloh Rail Services (VRS), auf die Schienen des Miniatur Wunderlandes gesetzt und startete seine Fahrt – wie auch bald der wirkliche HSG-2, die Weiterentwicklung von Vossloh’s bewährtem High-Speed-Grinding (HSG) Konzept.

Seit 2007 hat Vossloh Rail Services (VRS) seine HSG-Schleifzüge erfolgreich im operativen Einsatz. High-Speed-Grinding bedeutet, dass Bahnschienen vom „Vossloh HSG“ bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h geschliffen werden können. Dadurch kann das Schleifverfahren in den regulären Bahnfahrplan integriert werden – Schienennetze müssen nicht gesperrt werden und es kommt zu keinen Verzögerungen im Zugverkehr.

„Head Checks“ – kleine Risse in der Schienenoberfläche
Durch zunehmende Mobilität und verstärkten Güterverkehr stehen unsere Bahnstrecken unter stetig steigender Belastung. Aufgrund schnellerer Geschwindigkeiten und erhöhter Achslast treten vermehrt Ermüdungsschädigungen wie Riffeln, Schlupfwellen und sogenannte „Head Checks“ auf, kleine Risse in der verhärteten Oberfläche der Schiene. Je tiefer die Risse in die Schienenoberfläche vordringen, desto schneller wachsen sie. Werden Gegenmaßnahmen zu spät eingeleitet, so können ganze Stahlteile aus dem Schienenkopf herausbrechen – die Schiene muss ausgetauscht werden.
High-Speed-Grinding ist eine von Vossloh patentierte, präventive Schleifmethode und wirkt der Rissbildung in der Schiene bereits im Ansatz entgegen. Der HSG-Schleifzug schleift eine mikroskopisch kleine Schicht von weniger als 0,1 mm von der Schiene – und somit den kleinen Riss direkt mit ab – der Riss kann also nicht mehr wachsen. Auf seiner Reichweite von rund 50 Kilometern schleift der HSG fast eine dreiviertel Tonne Stahl ab.
Konventionelle Schleifverfahren sind nicht für den präventiven Einsatz konzipiert – sie schleifen bei lediglich 2-8 km/h größere Abträge von der Oberfläche der Schiene. Bahnstrecken müssen gesperrt werden – es entstehen höherer Aufwand und Kosten sowie Verspätungen im Zugverkehr. Der große Vorteil des „Vossloh HSG“ ist seine flexible Einsatzmöglichkeit im Bahnfahrplan und sein effektiver präventiver Charakter – für eine glatte und sichere Schienenoberfläche.

Der „HSG-2“ – die nächste Evolutionsstufe eines bewährten Konzeptes
Vossloh Rail Services (VRS) hat das High-Speed-Grinding (HSG) weiterentwickelt und gemeinsam mit Vossloh Locomotives (VL) in Kiel einen Schleifzug der zweiten Generation „HSG-2“ auf die Schiene gestellt. Das Prinzip des Schleifverfahrens und das Grundlayout des Prototypen bleiben aufgrund der etablierten Funktionsweise unverändert. Der zweispännige HSG-2 weist bei einer Länge von 45 m ein Gewicht von 135 t auf und schleift insgesamt mit 96 Schleifkörpern, die auf vier Aggregate aufgeteilt sind.
Bei der Überarbeitung der Bauweise wurde die Produktivität des Schleifvorgangs verbessert und die Funkenzeit, also die effektive Einsatzzeit, maximiert. Dies bedeutet, in Abhängigkeit vom Kundenwunsch, die Möglichkeit längerer Schleifabschnitte oder mehrerer Überfahrten – in jedem Fall aber einen erhöhten Abtrag pro Einsatz.
Die neue, modulare Bauweise des HSG-2 ermöglicht eine Kopplung mit einem weiteren HSG-2-Schleifzug zu einer Twin-Version. So kann entweder die Schleifleistung des Zuges oder die Reichweite verdoppelt werden – wodurch Kosten für Traktion und Bedienpersonal minimiert werden.
Zudem kann beim HSG-2 die Schleifspur der Schleifaggregate stufenlos angepasst werden und somit noch gezielter gegen Head Checks oder gegen Verriffelung geschliffen werden. Der HSG-2 kann etwa 20% mehr Schleifkörper mitführen, wodurch sich auch die Rüstzeiten verringern. Auch die Absaugtechnik des Nachfolgers wurde verbessert: Während der HSG rund 75% der abgeschliffenen Stahlpartikel und Funken absaugen konnte, kann der HSG-2 90% des Abtrages auffangen. Die Kapazität des Staubbunkers im Zug wurde auf sechs Tonnen verdreifacht.

Der HSG-2 in klein – Premiere im Miniatur Wunderland Hamburg
Der kleine „Vossloh HSG-2“ ist ein genaues Abbild seines 135 Tonnen schweren großen Bruders, der tagtäglich auf dem wirklichen Schienennetz Deutschlands, der Schweiz und auf vielen anderen europäischen Gleisen schleift.
In der Realität schleift der Zug in einer Schicht bis zu 50 Kilometer Schienenstrecke – im Miniaturwunderland wird der kleine Schleifzug täglich stolze 14 Kilometer zurücklegen.
Der Vorteil des Mini-HSG-2 ist identisch mit dem seines großen Bruders: Der kleine HSG-2 konnte aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit auf den Gleisen des Miniaturwunderlandes auch in den normalen Fahrplan integriert werden und hat an seiner Unterseite kleine rote Miniaturfunken, die den Schleifprozess veranschaulichen.
Über insgesamt 100 Zuginteressierte, Vossloh-Mitarbeiter sowie die nationale und internationale (Fach-)presse wohnten am Dienstagabend dem Rollout des HSG-2 im Miniatur Wunderland bei.

Ihr Kontakt:
Marcel Taubert
Leiter Vertrieb und Marketing, Vossloh Rail Services
Tel.: +49 (0) 4105 585 30
Email: marcel.taubert@vrs.vossloh.com


Über Vossloh Rail Services
Vossloh Rail Services, seit Anfang 2010 ein neues Geschäftsfeld des Vossloh-Konzerns, erbringt Dienstleistungen rund um das Produkt Schiene. Das Leistungsspektrum deckt den gesamten Lebenszyk-lus der Schiene ab – von Herstellung und Transport der Langschienen über die Instandhaltung und prä-ventive Pflege bis zur Aufarbeitung und Rückführung von Altschienen. Mit eigenen innovativen Tech-nologien, optimierten Verfahren und kompetenten Mitarbeitern gewährleistet das Unternehmen die Werterhaltung und Sicherheit moderner Schienenwege.